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Zwei Beispiele jüdischer Doppelmoral: Wie sich Moral innerhalb der Gruppe von der Moral gegenüber Außenstehenden unterscheidet

March 5, 2015/4 Comments/in Translations: German/by Kevin MacDonald

German translation of “Two ingroup morality items,” by Thora

Wie auf den Seiten von TOQ schon oft festgestellt wurde, propagieren Diaspora-Juden im Westen  ständig Einwanderung und Multikultur als unverzichtbare Werte und moralische Ideale, die nicht in Frage gestellt werden dürfen, während die gesamte Politik des Staates Israel darauf gerichtet ist, dessen jüdischen Charakter zu bewahren.

Das jüngste Beispiel war die Verschiffung von Dutzenden afrikanischer Flüchtlinge, die in Israel lebten, nach Schweden. Patrick Cleburne hat in seinem Bericht auf der Seite VDARE die Schluß­folgerung daraus zusammen­gefaßt: Aus der Ähnlichkeit von Schweden und Israel bezüglich Größe und ethnischer Zusammensetzung ergibt sich: daß Afrikaner nach Schweden geschickt werden, ist nur dadurch erklärbar,  daß den Schweden die Bewahrung ihrer schwedischen Identität gleichgültig ist, während Israel sich zutiefst darum sorgt, ein jüdischer Staat  zu bleiben.

Die Regierungspolitik  der USA steht in bezug auf Einwanderung und Multikultur im Gegensatz zu den Interessen der verwurzelten westlichen Bevölkerung, insbesondere der Arbeiterklasse (wie Cleburne anmerkt, ist zu erwarten, daß viele dieser afrikanischen Flüchtlinge schließlich in den Vereinigten Staaten auftauchen), während sich die israelische Regierung für das eigene Volk ein­setzt: Innenminister Gideon Sa’ar sagte,  er sei wenig beeindruckt vom „Geschrei und Gejammer der Firmeneigentümer, deren Mitarbeiter streiken – bei aller berechtigten Rücksicht auf die Inhaber der von der Krise betroffenen Restaurants und Kaffeehäuser, oder die Reinigungsfirmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit erscheinen – dies wird nicht die nationale Politik Israels bestimmen. Im Gegenteil – wir sollten an die Israelis denken, die ihren Job [an Wanderarbeiter] verloren haben.“

Bedenkt man, daß Einwanderung und Multikulturalismus im Westen als moralischer Imperativ dargestellt werden, zeigt dies eine Doppelmoral: eine Moral gegenüber der eigenen Gruppe, und eine ganz andere Moral gegenüber der fremden Gruppe – hier stoßen wir wieder auf das Thema der jüdischen Sondermoral. Während der Westen einem moralischen Universalismus verfallen ist, handeln jüdische Gruppen so, wie es ein außenpolitischer Realist (oder ein Evolutions­psychologe) von Staaten erwarten würde: Sie verfolgen schlicht und einfach ihre Interessen mit dem Ziel, zu überleben und zu gedeihen.

Und das bedeutet, daß die Juden zwei ganz verschiedenen Strategien folgen, je nachdem, ob sie eine demographische Mehrheit oder eine kleine Minderheit sind. Im Westen propagiert die organisierte jüdische Gemeinde vehement Einwanderung und Multikulturalismus  – und zwar in einem Ausmaß, daß die einheimische Bevölkerung allmählich ersetzt wird  – um mit diesem Instrument die bis­he­ri­ge Mehrheit aufzuspalten, sie zu entmachten, und um ihr so Angriffe auf die Juden unmöglich zu machen. In Israel wird dagegen das Ziel verfolgt, die jüdische Identität zu erhalten und die An­wesen­heit und den Einfluß von Nichtjuden zu minimieren – Ziele, die von den Diaspora-Juden und den jüdischen Organisationen begeistert unterstützt werden.

Auch wenn man jüdische Gruppen im Westen nicht als feststrukturierte Gruppen, vergleichbar einem Staat wie Israel, betrachten kann, so fördern die jüdischen Organisationen wie auch die große Mehrheit einzelner Juden in der Diaspora doch tatsächlich Multikultur und Einwanderung in einem Ausmaß, das zur Folge hat, daß die einheimische Bevölkerung ersetzt wird. Eine solche Politik halten sie für die westlichen Staaten für richtig und angebracht.

Es ist daher nicht verwunderlich, daß Juden auch als Individuen verschiedene moralische Maßstäbe anlegen, je nachdem, ob es um einen Angehörigen der eigenen Gruppe geht oder um einen Außenstehenden. Dies ist besonders bei den mehr orthodoxen Elementen bemerkbar. Ein gutes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit sind hierzu die Reaktionen auf den Tod von Menachem Stark, einem chassidischen (ultraorthodoxen) Miethai („Slumlord“), dessen verbrannte Leiche in einem Müll­container gefunden wurde. Die New York Post titelte schrill: „Wer wollte ihn nicht tot sehen?“ – eine Anspielung auf Starks zahlreiche Feinde aufgrund seiner anrüchigen Geschäfts­praktiken.

Aber, wie die JTA berichtete, war die Reaktion in den Medien der Charedim (ultraorthodoxe jüdische Gruppierung) ganz anders: Während die Massenmedien das Verhältnis zwischen dem Chassiden und seinen Pächtern, Bauunternehmern und Mietern untersuchten, waren für die orthodoxen Charedim-Publika­tionen ganz andere Gesichtspunkte von Bedeutung: sie suchten keine Anhalts­punkte, warum jemand Stark getötet haben könnte, sondern feierten seine vielen Tugenden.

Yated Ne’eman, eine bekannte Charedim-Wochenzeitung, pries Stark als „liebenden Vater und Gottesfürchtigen“ oder wohltätigen Spender. Hamodia, eine führende Charedim-Tageszeitung, nannte Stark ein „überaus geliebtes Mitglied der Williamsburger Gemeinde“ und zitierte Anek­doten, die seine Großzügigkeit in seiner chassidischen Gemeinde zeigten. Ein weiterer Artikel in Hamodia verdammte die New York Post wegen der Veröffentlichung „einer Litanei von Unwahr­heiten, um die Integrität von Herrn Stark zu beeinträchtigen“, erwähnte allerdings nicht, welcher Art die Anschuldigungen der Zeitung waren.

Der Verleger einer Charedim-Zeitung kommentierte, „ein entscheidender Bestandteil unserer Aufgabe ist es, das Recht unserer Leser zu schützen, ‚nichts zu erfahren‘.  Lichtenstein schrieb: „Eine weit schwierigere Aufgabe,  als den Leser mit Neuigkeiten und ethischem Lesestoff zu versorgen, besteht darin, sicherzustellen, daß du, unser loyaler Leser, keinem Material ausgesetzt wirst, daß deiner Meinung nach ungeeignet ist, in dein Haus, deinen Kopf und dein Herz zu gelangen.“

Ganz offensichtlich hatte Herr Stark in der Chassidischen Gemeinde keine Feinde. Er war ein Stütz­pfeiler der Gemeinschaft und ein großzügiger Spender für wohltätige Zwecke der Gemeinde.

Das Verhalten gegenüber Nichtmitgliedern der Gemeinde ist dagegen ohne Bedeutung.

Das heißt nicht, daß die chassidische Gemeinde nie einen der Ihren verdammen würde. Wenn er zum Beispiel die Sünde der Mesira begangen hätte, wenn er also Außenstehende über Pädophile, Geld­wäscher, Steuerbetrüger oder andere Verbrecher in der Gemeinde informiert hätte, wäre er aus dieser Gemeinde ausgeschlossen worden. Er und seine Familie wären gemieden worden. Mesira wird angewendet, um Kriminalität innerhalb der jüdischen Gemeinde zu beschützen. Menachem Stark ist nur ein weiteres Beispiel hierfür.

Und natürlich trat auch die ADL für Stark ein und zeigte sich darüber besorgt, daß Starks Verhalten ein sehr altes Vorurteil gegen die Juden bestärkt. „In einem Brief an die New York Post“ nannte die Anti-Defamation League die Überschrift der N. Y. Post ‚taktlos‘ und griff auch die Thematik des zugehörigen Artikels auf, weil Stark im Leitsatz als ‚Millionär und chassidischer Miethai ‘ bezeich­net worden war.“

In der idealen Welt der ADL hätte die Geschichte ohne jegliche Erwähnung, daß Stark Jude war, dargestellt werden sollen, und ganz bestimmt  ohne ein Foto, das ihn deutlich als Chassiden zu erkennen gibt. Mit anderen Worten: die Post hätte der üblichen Politik der N. Y. Times und anderer Massenmedien folgen sollen, in deren Berichte über Gewalttaten, die Schwarze an Weißen verüben, die Täter stets nur als „männliche Jugendliche“ bezeichnet und keine Fotos von ihnen veröffentlicht werden.

 

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